(Traum .. jede große Idee .. war am Anfang ein Traum). Mit diesem Slogan haben wir das Meeting eröffnet, es spiegelt den Traum einer Frau wider, die aus Syrien kam und der Verzweiflung nicht nachgab. Sie widersetzte sich allen Widrigkeiten, bis sie einen Job bekam, den sie liebt und genießt. 

Sie ist Alaa Masallati, eine Frau aus Aleppo. Sie absolvierte ihren Hochschulabschluss an der Universität von Aleppo im Fachbereich für französische Sprache und Literatur. Dort arbeitete sie als Französischlehrerin und beriet und unterstützte Kinder und Eltern im Rahmen ihrer Arbeit. 

Sie ist verheiratet, hat zwei Kinder und kam 2016 nach Deutschland, um einen Weg zu beschreiten, der sie zunächst schockierte, als würde sie bei null beginnen. Um dem Schock zu entkommen, sah sie, dass die einzige Lösung darin bestand, die Sprache zu lernen. Also erlangte sie das B1-Niveau. 

Danach ließ sie ihren Universitätsabschluss anerkennen, um erneut schockiert festzustellen, dass sie nicht als Französischlehrerin arbeiten kann, weil sie neben Französisch noch ein weiteres Hauptfach unterrichten muss. 

Also beschloss sie, ihre Sprache weiter zu stärken und studierte B2. Außerdem durfte sie an einem AWO-Programm teilnehmen, das auf sprachliche Qualifizierung im Berufsfeld Pädagogik spezialisiert war. 

Nebenbei machte sie bei einem Projekt vom IBZ Friedenshaus e.V. mit, bei dem sich Frauen zwischen 18 und 27 Jahren treffen. Sie tauschen Ideen aus und entwickeln Fähigkeiten wie Kommunikationsfähigkeiten, Problemlösung und Integrationshilfe. Von hier aus wurde ihre berufliche Vision deutlich, insbesondere nach der Entwicklung ihrer deutschen Sprache, ihrer Kommunikationsfähigkeit und dem Sammeln von Erfahrungen im Umgang mit Zugewanderten. 

Dann dachte sie darüber nach, sich eher in Richtung Sozialarbeit weiter zu bilden, die Zugewanderten oder hilfsbedürftigen Menschen dabei hilft, die Schwierigkeiten und Probleme zu überwinden, mit denen sie konfrontiert sind. 

Vor allem, weil sie dieselben Umstände und Situationen durchgemacht hat, versteht sie ihren Schmerz und kennt ihre Probleme, um ihnen zu helfen, sich ihnen zu stellen und sie zu lösen, und sie gibt ihnen Rat und Unterstützung. Also bewarb sie sich bei der AWO Kreisverband Bielefeld e.V. für das Projekt „Nice One“ und erhielt den Job. Mit diesem Neustart entflammte ihre Hoffnung wieder und stärkte ihre Persönlichkeit. Auch stellte sie fest, dass es Parallelen zwischen ihrer alten Arbeit in Syrien als Lehrerin und ihrer neuen Arbeit als Sozialbegleiterin gibt. 

So bietet Frau Masallati nun „männlichen und weiblichen“ Jugendlichen Alter von 16 bis 25 Jahren Unterstützung an und begleitet sie zu staatlichen Institutionen wie Jobcenter, Rathaus, Arbeitsamt etc., um sie zu unterstützen und Probleme zu lösen. Sie hilft ihnen bei der Anmeldung für eine Sprachschule, bei der Suche nach Arbeit oder Berufsausbildung Sie arbeitet auf pädagogische Weise, um Hindernisse zu überwinden und sich zu befreien. Von schwierigen Lebenssituationen bis hin zur Integration in die Gesellschaft, ohne Druck auszuüben. 

Auf die Frage, ob sie bei der Arbeit Probleme wegen ihres Kopftuches hat, sagte sie, dass dies nicht der Fall sei und sie sich sehr wohl fühlt. Dennoch erlebte sie eine Situation auf der Straße, bei der sie rassistisch angegriffen wurde. Eine Frau fragte sie: „Wer hat dich in unser Land gebracht und warum trägst du dieses Ding auf deinem Kopf? Du musst es abnehmen! Wir werden dir immer im Weg stehen. 

Aber Alaa war zu dieser Zeit nicht bereit, sich einer solchen Situation zu stellen. Dies veranlasste sie, an Workshops gegen Rassismus und gewaltfreie Kommunikation teilzunehmen, damit sie lernt, in Zukunft mit solchen Situationen umzugehen. 

Trotz aller Hindernissen und Hürden und Personen, die an ihren Fähigkeiten zweifelten, widersetzte sie sich allen und stellte sich den Herausforderungen – mit Erfolg. 

Abschließend gibt sie jedem den Rat, dass jeder Mensch voll und ganz erkennen muss, was er will, um die Möglichkeiten des Lebens nutzen zu können. Man kann sich nicht nur auf Sprachschulen verlassen, um die Sprache zu lernen, sondern man muss auch nach Programmen suchen, bei denen man seine Kommunikations- und Sprachfähigkeiten stärkt, um die Barriere der Angst zu durchbrechen. Dies ist der Weg, sich richtig in der Gesellschaft zu integrieren und seine Ambitionen zu erreichen. 

Von Ebaa Alsaiedy 

Mehr Infos zum Projekt „Nice One“ findet ihr unter: 

https://awo-bielefeld.de/angebote-fur-kinder-jugendliche-und-familien/nice-one/ 

Kontakt Alaa Masallati 

Friedenstraße 1, 33602 Bielefeld 

Fon: 01621383936 

E-Mail: a.masallati@awo-bielefeld.de